Der Schlüssel zu Aufstieg und Wandel – Bildung

AntragstellerInnen:

Unterbezirksvorstand

Der Landesparteitag möge beschließen:

Der Schlüssel zu Aufstieg und Wandel - Bildung

Der Landesparteitag möge beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, gesetzgeberisch und fiskalisch die Rahmenbedingungen unter folgenden Prämissen zu verbessern:

  1.     Eine weitere Qualitätsverbesserung in den Kitas durch gut ausgebildetes und mehr Personal noch in dieser Legislaturperiode.
  2.     Den Schulen eine größere Selbständigkeit und Freiräume zu geben, um sich gemäß ihrem Schulprofil konsequent zu entwickeln und dadurch die Attraktivität der Schulen und die Unterrichtsqualität zu verbessern.
  3.     Das Unterstützungssystem für die Schulen so weiterzuentwickeln, dass einzelne Schulen in Qualitätsentwicklungsprozessen kontinuierlich begleitet werden können. Insbesondere ist der Entwicklung der multiprofessionellen Teams an den Schulen große Aufmerksamkeit zu widmen. Ferner soll das Unterstützungssystem die Schulen bei der Unterrichtsentwicklung für die individuelle Förderung und die Inklusion unterstützen.
  4.     Einen weiteren quantitativen und qualitativen Ausbau von Ganztagsschulen (auch bei Gymnasien), wobei den Schulen mehr Möglichkeiten und Unterstützung für eine pädagogisch begründete Rhythmisierung des Schulalltags gegeben werden soll.
  5.     Den Schulen wieder mehr pädagogische Freiheit in der Gestaltung des Abiturs zu geben (nach dem Vorbild der Möglichkeiten, die es in Rheinland-Pfalz gibt).
  6.     Kleine Schulen, insbesondere Grundschulen im ländlichen Raum zu erhalten und auch wieder zu eröffnen, um Dörfern und Gemeinden ihre sozialen Mittelpunkte zu erhalten. Dazu ist auch eine Änderung der Zuweisungsschlüssel notwendig. Der Erhalt kleiner Schulen darf nicht an Sparvorgaben scheitern.
  7.     Eine die Schul- und Unterrichtsentwicklung unterstützende Digitalisierungsoffensive und begleitende Qualifizierungsmaßnahmen für Lehrerinnen und Lehrer.
  8.     Den flächendeckenden Ausbau der Schulsozialarbeit an allen Schulen, so dass  alle Schüler und Schülerinnen, alle Eltern und alle Lehrkräfte erreicht werden. Gerade im Hinblick auf die besonderen Integrationserfordernisse sind die psychologischen und sozialpädagogischen Hilfen und Leistungen einer systematischen und unterstützenden Schulsozialarbeit unverzichtbar.
  9.     Außerschulische Lernorte stärken, damit freie Träger auf Augenhöhe mit Schule kooperieren und neue Potenziale erschlossen werden können.
  10.  Die Potenziale der Berufsschulen für die Integration durch Bildung und im Vorfeld einer beruflichen Ausbildung stärker zu nutzen. So kann schrittweise der Übergang in eine reguläre duale Berufsausbildung besser gelingen. Die Berufsschulen sind für diese Brückenfunktion besser auszustatten.
  11.  Die Bildungswege so zu gestalten, dass alle Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit haben, einen berufsqualifizierenden Abschluss zu machen. Und die Programme gegen Schulabstinenz und Schulmüdigkeit zu langfristig abzusichern.
  12.   Hochschulen beim Ausbau von Sprachförder- und anderen Weiterbildungsangeboten zu unterstützen, weil Studienkollegs quantitativ nicht ausreichend sind.
Begründung:

Unsere Bildungspolitik zielt auf beste Bedingungen und große Vielfalt in Kitas, Schulen, Berufsschulen, Hochschulen und Weiterbildungseinrichtungen. Wir wollen einen bildungspolitischen Neuanfang mit einer nationalen Bildungsallianz als einer gesamtgesellschaftlichen Kraftanstrengung von Bund, Ländern und Kommunen, um die Qualität unserer schulischen Bildung zu verbessern. Bildung ermöglicht jedem einzelnen Menschen, sein Leben selbstbestimmt zu führen, der Gesellschaft, sich friedlich zu entwickeln und der Wirtschaft, zu wachsen. Bildung bedeutet Sicherheit, Fortschritt, Aufstieg, Integration.

Allgemeinbildung soll unsere Kinder heute befähigen, in 15 oder 20 Jahren ein selbstbestimmtes und erfolgreiches Leben zu führen. Insbesondere in den Schulen sollen sie Wissen, soziale und fachliche Kompetenzen und Offenheit für Neues lernen, sowie ihre Persönlichkeit entwickeln können. Schulen sind auch der erste Ort, an dem Kinder und Jugendliche demokratische Haltungen und demokratisches Verhalten einüben und Erfahrungen in der Mitgestaltung ihres Lebensumfeldes machen können. Wir wollen den Schulen wieder mehr pädagogische Freiräume geben, damit sie sich auf der Grundlage ihrer Schulprogramme eigenverantwortlich zu attraktiveren Lern- und Lebensorten für unsere Kinder entwickeln können. Die in den Schulen vermittelte Bildung ist viel mehr als nur eine zweckgerichtete Vorbereitung auf einen Beruf. Sie vermittelt das Grundlagenwissen für eine Orientierung in unserer modernen demokratischen Zivilgesellschaft, die Fähigkeiten, die für einen beruflichen Erfolg in der modernen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft benötigt werden und schafft die Voraussetzungen, um am kulturellen Leben teilzuhaben.

Unser Ziel ist eine qualitativ hochwertige Bildung, die beitragsfrei von der Krippe bis zur Hochschule ermöglicht wird. Schritte zur weiteren Beitragsfreiheit bedürfen einer Klärung der Finanzierung zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Wir fordern dazu innerhalb der nächsten zwei Jahre verbindliche Vereinbarungen zwischen den politischen Ebenen. Durch die Verbesserung der Qualität von Betreuung und Lehre sowie die Bereitstellung einer bedarfsgerechten Bildungsinfrastruktur. Auch im ländlichen Raum wollen wir beste Bedingungen für das Lehren und Lernen bieten.

Empfehlung der Antragskommission:

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